Der noble Koran

Der noble Koran
Koran und Kaaba

Sonntag, 10. April 2016

Was ist ein Salafist ?


Die Bida 


Im Zentrum des Begriffs Salafist steht der Begriff der Bida oder Neuerung. Salafisten lehnen jede Neuerung im Glauben ab und versuchen das Leben der arabischen Halbinsel des 7. Jahrhunderts auf nachzuahmen. Inwiefern sie einen Balken über einem Loch im Boden oder eine Wassertoilette benutzen, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unklar. Klar ist, dass sie sich damit gegen die akzeptierte Mehrheitsmeinung der Gelehrten stellen, die die Bida Hassan, die positive Neuerung durchaus begrüßen. Bestes Beispiel dafür sind die vier anerkannten Rechtsschulen,. Anders als allgemein angenommen wird in Koran und Sunna nicht alles abschließend und vollständig geregelt. Es bleiben schlicht Lücken.


Fiqh oder die islamischen Rechtswissenschaften


Nach dem Tod des Propheten s.a.w., waren die ehemaligen Gefährten darauf angewiesen neue Methoden der Rechtsfindung zu etablieren. Sie in konnten ihn eben nicht mehr um Rat fragen. Diese Methoden wurden später in das islamische Rechtswesen übernommen und bilden bis heute die Grundlagen der islamischen Jurispundenz. Zu diesen Methoden zählt der Qiyas oder Analogieschluss um ähnlich Verhältnisse in Sunna oder Koran auf neue Probleme anzuwenden. Bspw. das Verbot des Rauchens, dieser Fall war schlicht nicht geregelt. Ein anderes Werkzeug ist der Idschdihad oder Konsens der Gelehrten. Durch die wachsende Anzahl an Gelehrten erweist er sich heute als schwierig. Die berühmt, berüchtigten Fatwas sind lediglich zeitlich begrenzt , örtlich festgelegt und auf Einzelfall Entscheidungen und keine festen Erkenntnisse.


Salafismus und Wahabismus

 


Es fällt auf, dass die salafistischen Bewegungen stark wahabitisch geprägt ist. Sehr viele führende salafistische Köpfe haben ihre Ausbildung in Saudi-Arabien erhalten und es wird angenommen, dass das saudische Königshaus erhebliche Mittel zur weltweiten Dawa, Bekehrung, zur Verfügung stellt. Die Wahabiten gehen auf den islamischen Gelehrten Muhammad ibn ʿAbdal-Wahhāb und kennzeichnen sich durch eine weltlich-politische Ausrichtungen, die nicht zuletzt dem Haus Saud zur Macht verhalf. Es besteht eine enge Verbindung zwischen dieser Auslegung und dem Herrscherhaus. Zusätzlich beherbergt Saudi-Arabien die heiligen Stätten Mekka und Medina und stellt Unterstützung bereit.

Der Islamische Staat - IS

 

 

An dieser stelle wird es insofern schwierig, da der islamische Staat in erster Linie geostrategische Interessen verfolgt, das vielbeschworene Kalifat und nur in zweiter Linie religiöse. Besonders in Syrien kämpft letztlich der Islamische Staat gegen Islamische Republik, den Iran. Während der IS Christen und Juden noch milde verspricht, sofern sie den Islam annehmen oder die Kopfsteuer bezahlen, sehen sie diese Möglichkeiten für Schiiten nicht vor. Im Hintergrund steckt der alte Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen Saudi-Arabien und dem Iran um die Vorherrschaft am Persischem Golf und um das Öl. Mit Westeuropa hat das vorerst nichts zu tun.

Zusammenfassung

  • Salafisten wollen den Heiligen Schriften in ihrer ursprünglichen Form folgen, sind aber trotzdem  wieder auf das eigene Urteil angewiesen, da nicht alle Dinge abschließend geregelt sind.

  • Um diese Tatsache zu regeln wurden eine Vielzahl von Mechanismen und Institutionen entwickelt, die die Salafisten zum Teil ablehnen
  • Der Salafismus ist maßgeblich durch den Wahabismus und die Lage in Saudi-Arabien bestimmt. Dies gilt personell und finanziell.

  • Der Islamische Staat ist in erster Linie eine politische Bewegung im Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, Europa ist bestenfalls ein Nebenschauplatz.
     



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